Bayern kreativ – der Anfang ist gemacht
Die Bedeutung der Kultur- und Kreativwirtschaft wird in der modernen Dienst- und Wissensgesellschaft weiter zunehmen. So schwer abzugrenzen die einzelnen Bereiche der Kreativwirtschaft auch seien mögen, gemeinsam ist man ein bedeutender Gesellschafts- und Wirtschaftsfaktor. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie etwa spricht von der drittgrößten Wirt¬schaftsbranche in Deutschland.

Doch die allgemeine Wahrnehmung der Branche läuft ihrer Wichtigkeit deutlich hinterher. Dies haben das Cluster audiovisuelle Medien (CAM), der Verband unabhängiger Musikunternehmen e.V. (VUT) und das medien-netzwerk-münchen (mnm) zum Anlass genommen, die Kreativen und deren Umfeld zusammenzubringen, um den gegenseiti¬gen Austausch zu fördern, Synergien zu ermöglichen und nicht zuletzt der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Relevanz der Branche Ausdruck zu verleihen.

Am 24. Februar 2010 trafen sich neben den Initiatoren u.a. Vertreter des Bundes Deutscher Innenarchitekten (BDIA); Bayern Design; Referate für Arbeit und Wirtschaft sowie Kulturreferat der Stadt München; Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM); Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie; Platfform3 und Marketing Club München.

Bereits in dieser Kick-Off-Runde führte das Gespräch miteinander schnell und ganz konkret zu Kooperationen. So könnte auf einer Veranstaltung der Innenarchitekten „Musik als Raumdesign“ integriert werden – schon wirken Architektur, Design und Musik gemeinsam und werden besser wahrgenommen. Auch waren die vorgestellten Aktionen und Initiativen nicht immer untereinander bekannt. Das Bayerische Wirtschaftsministerium plant etwa eine große Studie zum Status Quo der Kreativwirtschaft in Bayern, die 2011 vorliegen soll.

Was fehlt, so wurde deutlich, ist der Austausch untereinander, eine gemeinsame Basis und ein gemeinsames Verständnis der Kreativen. Damit vergibt man die Chance, den Kreis der Interessenten für einzelne Aktionen zu erweitern und nicht zuletzt dadurch neue Impulse zu bekommen. Zudem gelingt es einer zersplitterten Branche nicht, etwa Entscheider aus der Politik zu erreichen – dafür braucht es einen höheren Wahrnehmungsdruck. Die Kreativwirtschaft kann nur gemeinsam ihre Visibilität erhöhen.

Die heterogene Branche muss dabei in der gemeinsamen Wahrnehmung wachsen und für Räume wie München, Nürnberg oder Bayern ein eigenes Profil entwickeln. Insofern war man sich einig, dass man zwar von Initiativen wie „Kreativraum Stuttgart“ lernen kann, dass aber im Vergleich mit anderen Bedingungen, wie sie etwa in Berlin vorherrschen, die Entwicklung der eigenen, spezifischen Stärken im Vordergrund stehen sollte.

Das nächste Treffen findet am 16. März 2010 um 16:00 Uhr wieder in den Räumen des Kultur-Referates der Stadt München statt. Aufgefordert sind alle Teilnehmer, Vorschläge zu einer Erweiterung des Diskutantenkreises zu machen und sich – als ersten Synergie-Schritt – über eine gemeinsame Internetplattform für Veranstaltungshinweise Gedanken zu machen.



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